Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 30.1.
Die Kunst der Nächstenliebe
Little Women
Sorry We Missed You
Ein verborgenes Leben
voraussichtlich ab Donnerstag 6.2.
Intrige
In Search ...
Butenland
Enkel für Anfänger
voraussichtlich ab Donnerstag 13.2.
Somewhere Else Together
Bombshell – Das Ende des Schweigens
La Gomera
Looking at the Stars
voraussichtlich ab Donnerstag 20.2.
Weißer, weißer Tag
Limbo
voraussichtlich ab Donnerstag 27.2.
Anders essen – Das Experiment
The Gentlemen
Just Mercy
voraussichtlich ab Donnerstag 5.3.
Die Känguru-Chroniken

Voraussichtlich ab Donnerstag 30.1.

Die Kunst der Nächstenliebe



Um ihren Schützlingen zu helfen, eröffnet eine 50jährige mit Helfersyndrom eine soziale Fahrschule. Raffinierte Tragikomödie mit schlagfertigen Spitzfindigkeiten und einem Röntgenblick auf menschliche Eitelkeiten und Schwächen.

Die 50jährige Isabelle (Agnès Jaoui) engagiert sich unermüdlich. Sie hilft bei gemeinnützigen Einrichtungen, rennt von der Kleiderspende zur Suppenküche und verteilt in Obdachlosen-Camps Handzettel, um Migranten für ihren kostenlosen Sprachkurs zu gewinnen. Dort versucht sie ihren Schützlingen so gut wie möglich zu helfen. Isabelles Lebenskonzept bekommt jedoch Risse als Konkurrenz auftaucht. Ausgerechnet eine Deutsche soll plötzlich Französisch unterrichten. Plötzlich verliert Isabelle Schüler. „Was würde euch denn helfen einen Arbeitsplatz zu finden?“, fragt sie deshalb einigermaßen verzweifelt ihre Kursmitglieder. Ein Führerschein würde sie weiterbringen, so die Antwort. Das bringt sie auf eine umwerfende Idee: die einer „sozialen Fahrschule“...

Regisseur Gilles Legrand hinterfragt in seiner turbulenten Tragikomödie Motivation und den Hintergründe von sozialem Engagement, das bis zur Aufopferung geht. Dabei schont er niemanden. Denn die Sucht zu helfen und gebraucht zu werden, tut sicher keinem gut. Dass dahinter mangelndes Selbstwertgefühl stecken kann, ist nicht neu. Im Falle Isabelles verortet das Drehbuch als Hauptantrieb für ihr Handeln die Suche nach der Liebe ihrer abweisenden, unterkühlten Mutter. Bei seinem waghalsigen Balanceakt den richtigen Ton zu finden unterstützt Legrand seine grandiose Hauptdarstellerin Agnès Jaoui als liebenswert, menschliche Heldin mit Fehlern und Qualitäten. Nicht umsonst hat die Autorin und Filmemacherin die französische Sittenkomödie mit schlagfertigen Spitzfindigkeiten und einem Röntgenblick auf menschliche Eitelkeiten und Schwächen wiederbelebt. Mit bewundernswerter Präsenz und selbstironischem Blick sorgt sie dafür, dass der Beifall nicht aus dem falschen Lager kommt. Denn einem anderen zu helfen sollte nicht zuletzt ein Grundmuster zwischenmenschlicher Beziehungen sein.

Frankreich 2018
Regie: Gilles Legrand
Drehbuch: Léonore Confino, Gilles Legrand
Darsteller: Agnès Jaoui, Tim Seyfi, Alban Ivanov, Tim Seyfi, Claire Sermonne, Michèle Moretti, Philippe Torreton, Eric Villard, Marie-Julie Baup, Diier Benureau, Martine Schambacher, Chantal Yam, Romeo Hustiac, Daria Pachenko
103 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 30.1.

Little Women


Neuverfilmung des bekannten Romans von Louisa May Alcott, in dem es um das Schicksal von vier Schwestern im Amerika des 19. Jahrhunderts geht

Vier junge Frauen im Amerika Mitte des 19. Jahrhunderts, die ihr Leben selbstbestimmt nach eigenen Vorstellungen gestalten wollen und dabei teils große gesellschaftliche Hindernisse überwinden: „Little Women“ folgt den unterschiedlichen Lebenswegen der March-Schwestern Jo (Saoirse Ronan), Meg (Emma Watson), Amy (Florence Pugh) und Beth (Eliza Scanlen) zu einer Zeit, in der die Möglichkeiten für Frauen begrenzt waren. Erzählt aus der Perspektive von Jo March, dem Alter Ego von Autorin Louisa May Alcott, und sowohl basierend auf dem Roman wie auch auf den persönlichen Schriften Alcotts.

Greta Gerwig, Oscar®-nominiert für „Beste Regie“ und „Bestes Originaldrehbuch für „Lady Bird”, präsentiert mit „Little Women“ ihr neuestes Werk und erweist sich damit abermals als kraftvolle Interpretin weiblichen Selbstverständnisses. In den Hauptrollen begeistert ein eindrucksvolles Ensemble: Saoirse Ronan („Lady Bird“), Emma Watson („Die Schöne und das Biest“), Florence Pugh („Fighting with my Family“) und Eliza Scanlen („Sharp Objects“) sowie Meryl Streep („Die Verlegerin“), Laura Dern („Big Little Lies“), Timothée Chalamet („Call Me by Your Name“), Louis Garrel („Saint Laurent“), James Norton („Hampstead Park – Aussicht auf Liebe“), Bob Odenkirk („Better Call Saul“) und Chris Cooper („Im August in Osage County“). Produziert wurde „Little Women“ von Amy Pascal („Die Verlegerin”), Denise Di Novi („Crazy. Stupid.Love.“) und Robin Swicord („Betty und ihre Schwestern“).


USA 2019
Regie: Greta Gerwig
Darsteller: Emma Watson, Saoirse Ronan, Florence Pugh
134 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 30.1.

Sorry We Missed You



Zwar beschreibt der Film das Schicksal eines Paketboten in England, doch die Universalität des Geschilderten macht diesen Ken-Loach-Film auch in Deutschland unbedingt sehenswert.

Einst bewohnten sie ein eigenes Haus, doch nach der Finanzkrise 2008 mussten sie es verkaufen und wohnen nur noch zur Miete. Während die Mutter Abbie (Debbie Honeywood) einen relativ festen Job als mobile Krankenschwester hat, schlägt sich ihr Mann Ricky (Kris Hitchen) von Aushilfsjob zu Aushilfsjob durch. Doch nun scheint sich sein Los zu wenden: Er bekommt einen Job bei einem Paketdienst, jedoch nicht als Festangestellter, sondern als Selbstständiger. Und das bedeutet, dass er sich täglich einen Lieferwagen mieten muss, auf Zeit arbeitet und für jede verspätete Lieferung Strafe zahlen muss. Um die Situation zu verbessern, überredet Ricky Abbie, ihr kleines Auto zu verkaufen, damit er sich einen eigenen Lieferwagen kaufen kann. Doch was als Beginn einer erfolgreichen Selbstständigkeit gedacht war, erweist sich rasch als Anfang vom Ende jeder Hoffnung.

Schon immer war Ken Loach ein Regisseur des kleinen Mannes. Wie so viele andere britische Filmemacher, die dem Sozialrealismus verschrieben waren, beschrieb auch Loach das Leben der Arbeiterklasse, hatte Sympathien für all die Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen und auch vom Kino meist ignoriert werden. Bis vor einigen Jahren waren seine Filme dabei meist von einer sentimentalen Note geprägt, ließen seine Figuren zwar schwere Zeiten durchleben, die am Ende aber doch hoffnungsvoll endeten. Doch jetzt, da Loach schon über 80 Jahre alt ist, ist von Sentimentalität, von Hoffnung praktisch keine Spur mehr. Mit größter Genauigkeit beschreibt Loach die Strukturen der modernen Gig Economy, bei der Arbeitnehmern die Vorzüge der Selbstständigkeit vorgegaukelt werden, die jedoch in Wirklichkeit zu einer Reduzierung von Sozialstandards und Arbeiterrechten führt. Im neoliberalen Streben nach ständiger Optimierung und Einsparung, werden alle Mittel angewandt, um Arbeitnehmer zu benachteiligen. Und genau das zeigt Loach in schonungsloser Manier auf.

Großbritannien 2019
Regie: Ken Loach
Buch: Paul Laverty
Darsteller: Kris Hitchen, Debbie Honeywood, Rhys Stone, Katie Proctor, Ross Brewster, Mark Birch
100 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 30.1.

Ein verborgenes Leben



Terrence Malicks dreistündiges Epos über einen österreichischen Kriegsverweigerer. Visuell überwältigender, philosophisch komplexer Film über Glaube, Zweifel und das eigene Gewissen.

„Wir schwebten über den Wolken“ sagt August Diehl als Jägerstätter ganz zu Beginn des Films, wenn er in einer der typischen inneren Monologe Terrence Malicks, das Glück beschreibt, das er zusammen mit seiner Frau Fani (Valerie Pachner) und den gemeinsamen Kindern Anfang der 1940er Jahre lebt. Hoch in der Österreichischen Bergen, im kleinen Ort St. Radegund lebt das Paar ein geradezu paradiesisches Leben. Doch wie jeder Österreicher wird auch er einberufen, verweigert den Eid und wird zunächst nach Hause geschickt. Doch jedes Mal, wenn der Postbote klingend am Haus vorbeifährt, stockt Franz der Atem - und bald kommt tatsächlich der gefürchtete Brief. Der Krieg geht weiter, Franz muss wieder in die Kaserne nach Enns und steht vor einer folgenschweren Entscheidung...

Bis weit nach Ende des Zweiten Weltkriegs war die Geschichte, war das Schicksal von Franz Jägerstätter praktisch unbekannt. Erst in den 60ern erschien das erste Buch über den Österreicher, der sich weigerte als Soldat einen Eid auf Adolf Hitler zu schwören und dafür 1943 wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Im Laufe der Jahre wuchs der Ruf Jägerstätters, Filme wurden über ihn gedreht, er inspirierte unter anderem Daniel Ellsberg zum Protest gegen den Vietnamkrieg und der Veröffentlichung der Pentagon Papers und wurde 2007 selig gesprochen. Auch wenn „Ein verborgenes Leben“ in ferner Vergangenheit spielt, ist es doch auch ein Film über das Heute. Malick mag stets ein Regisseur gewesen sein, der mit filmischen Mitteln nach Transzendenz suchte, er war aber auch immer ein politischer Regisseur. Bedenkt man, in welcher Zeit dieser Film entstanden ist, in welchem Zustand sich gerade Amerika, aber auch viele andere Staaten der Welt befinden, ist es naheliegend, ihn auch auf die Gegenwart zu beziehen. Sich massenhaftem Widerstand anzuschließen ist leicht, dem eigenen Gewissen treu zu bleiben, schon viel schwieriger. Davon erzählt Terrence Malick in „Ein verborgenes Leben“, einem stilistisch und intellektuell überwältigenden Film.

USA 2019
Regie & Regie: Terrence Malick
Darsteller: August Diehl, Valerie Pachner, Bruno Ganz, Karl Markovics, Alexander Fehling, Franz Rogowski, Martin Wuttke, Ulrich Matthes, Michael Nyqvist, Matthias Schonaerts, Tobias Moretti, Sophie Rois
173 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 6.2.

Intrige

Mit seiner fesselnden Verfilmung der legendären Dreyfus-Affäre, in der ein jüdischer Offizier der französischen Armee der Spionage für Deutschland bezichtigt wurde, meldet sich Regisseur Roman Polanski wieder auf der großen Leinwand zurück

Am 5. Januar 1895 wird der junge jüdische Offizier Alfred Dreyfus wegen Hochverrats in einer erniedrigenden Zeremonie degradiert und zu lebenslanger Haft auf die Teufelsinsel im Atlantik verbannt. Zeuge dieser Entehrung ist Marie-Georges Picquart, der kurz darauf zum Geheimdienstchef der Abteilung befördert wird, die Dreyfus der angeblichen Spionage überführte. Anfänglich überzeugt von dessen Schuld kommen Picquart Zweifel, als weiterhin militärische Geheimnisse an die Deutschen verraten werden. Doch seine Vorgesetzten weisen ihn an, die Sache unter den Tisch fallen zu lassen. Entgegen seines Befehls ermittelt er weiter und gerät in ein gefährliches Labyrinth aus Verrat und Korruption, das nicht nur seine Ehre, sondern auch sein Leben in Gefahr bringt.

Roman Polanskis aufwändig produzierter Film „Intrige“ nach dem Bestseller von Robert Harris erzählt von dem wahrscheinlich größten politischen Skandal des späten 19. Jahrhunderts, der die französische Gesellschaft zutiefst erschütterte: ein ungeheuerliches Geflecht aus Antisemitismus, Macht und Vertuschung. Präzise wie packend inszeniert und von erschreckender Aktualität wirft das Historiendrama universelle Fragen nach Schuld, Gewissen und Wahrheit auf. Der mit Oscar®-Preisträger Jean Dujardin („The Artist“) hochkarätig besetzte Film gewann bei den Filmfestspielen von Venedig 2019 den Großen Preis der Jury.

Frankreich, Italien 2019
Regie: Roman Polanski
Darsteller: Louis Garrel, Emmanuelle Seigner, Jean Dujardin
135 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 6.2.

In Search ...

Eine Reise zur Weiblichkeit ...

Beryl dachte als junges Mädchen, als sie in einem ländlichen Dorf in Kenia aufwuchs, dass alle Frauen in der Welt "beschnitten" werden, indem sie "Female Genital Mutilation/Cutting" (FGM/C) über sich ergehen lassen müssen. Deshalb ertrug auch sie dieses initiationsritual - sie wusste nichts über die Folgen von FGM/C.

Viele Jahre später erfährt sie, dass es eine neue Operationsmethode gibt, die verspricht das zurückzugeben, was damals verloren ging. In ihrem autobiografischen Dokumentarfilm "In Search..." erforscht sie das emotionale Dilemma, indem sie mit anderen Frauen spricht, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Beryl versucht herauszufinden, ob sie sich dieser Operation unterziehen soll - eine zweite Reise ins Unbekannte. "Werde ich nochmals einen furchtbaren Fehler machen?", oder "Bin ich bereit, mich mit meinem Trauma auseinanderzusetzen?" sind die Fragen, die diese authentische und emotionale Suche in das aller Innerste einer jungen Frau führen.

Dokumentarfilm
Deutschland 2018
Regie: Beryl Magoko
90 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 6.2.

Butenland

Eine ehemalige militante Tierschützerin und ein desillusionierter Bio-Milchbauer gründen gemeinsam das erste Altersheim für Kühe Nicht nur das Porträt zweier Querdenker, sondern auch ein ethisch-moralisches Statement für ein generelles Umdenken in der Landwirtschaft.

Marc Pierschel zeigt das Leben auf dem Bauernhof, das vor allem von harter Arbeit geprägt ist – ohne Urlaub und mit sehr wenig Freizeit. Er kennt den Hof bereits seit 2012, als er dort für ein anderes Projekt drehte. Im Mittelpunkt stehen diesmal die Porträts der beiden Gründer und Betreiber, wobei die Interviews durch Archivaufnahmen und Gespräche mit Weggefährten ergänzt werden. Karin Mück war Krankenschwester und gehörte in den 80er Jahren zu einer Gruppe militanter Tierschützer, die in Norddeutschland in Tierversuchslabore einbrachen und die Tiere befreiten. Auf die Verhaftung unter Terrorismusverdacht folgten Untersuchungshaft und ein Prozess, der schließlich mit einer Bewährungsstrafe endete. Jan Gerdes wuchs mit Nutztieren auf und führte nach dem Abbruch seines Lehramtsstudiums zunächst den Milchbauernhof seines Vaters als Biohof weiter, bis ihm aufging, dass mehr Platz und mehr Auslauf für Kühe das zentrale Problem für ihn nicht lösen konnten: Die Kuh blieb immer ein Wirtschaftsgut, das nach Effizienz bewertet wurde.

Auf Burnout und Ehescheidung folgte Jans Entschluss, den Hof aufzugeben. Dass ein paar Kühe nicht auf den Laster passten, der sie zum Schlachter fahren sollte, wurde zur Grundlage des Kuhaltersheims, das er heute gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Karin Lück als Stiftung betreibt: ein konkretes Beispiel für eine gelebte Utopie. Doch diese Utopie ist keinesfalls verklärend oder heroisierend – dafür sind die beiden menschlichen Protagonisten deutlich zu ruhig und in ihrer norddeutschen Gelassenheit zu wenig charismatisch. Marc Pierschel bildet ab und hört zu. Das Ergebnis ist ein interessanter kleiner Film, der seine Radikalität erst nach und nach entfaltet: als Bekenntnis zu einem neu definierten Verhältnis von Mensch und Tier.

Dokumentarfilm
Deutschland 2019
Regie: Marc Pierschel
82 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 6.2.

Enkel für Anfänger

Enkel für Anfänger

Drei Ruheständler müssen sich als Leih-Oma und Leih-Opa bewähren. Frische Seniorencomedy, die mit viel Witz und guten Pointen perfekte Unterhaltung für die ganze Familie garantiert.

Karin (Maren Kroymann), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) haben nicht nur ihr Rentenalter gemein, sondern auch die Angst vor der Langeweile im Alltag. Die quirlige Philippa hat dagegen vorgesorgt und kümmert sich als Paten-Oma regelmäßig um betreuungsbedürftige Kinder aus der Nachbarschaft. Etwas, was für Karen und insbesondere Gerhard eigentlich gar nicht infrage kommt. Doch manchmal kommt es eben ganz anders und so findet sich Karin schon bald als Betreuerin zweier aufgeweckter Patchwork-Geschwister wieder, die mit dem unsteten Umfeld ihrer Familie heillos überfordert sind. Und auch der verhärmte Witwer Gerhard erkennt in einem kleinen russischen Jungen zunächst sich selbst wieder und entdeckt später die Freude daran, wie es ist, auch im hohen Alter noch mal Verantwortung zu übernehmen und neue Freundschaften zu schließen. Doch damit fangen die Probleme erst an...

Ruhestand? Noch lange nicht! In „Enkel für Anfänger“ finden drei Rentner als „Leihoma“ und „Leihopa“ ihre neue Bestimmung und starten damit unverhofft in die turbulenteste und erfüllteste Zeit ihres Lebens. Regisseur Wolfgang Groos („Die Vampirschwestern“) stellt für seine hochpointierte Komödie ein unschlagbares Ensemble zusammen: Allen voran Maren Kroymann („Der Junge muss an die frische Luft“), Barbara Sukowa („Hannah Arendt“) und Heiner Lauterbach („Willkommen bei den Hartmanns“, „Wir sind die Neuen“) mit höchster Treffsicherheit an der Seniorenfront. Das Trio Infernale muss es mit ebenso rhetorisch versierten Gegenspielern aus den Kategorien spießig, pubertär und rotzfrech aufnehmen – verkörpert u.a. von Günther Maria Halmer („Der Polizist und das Mädchen“), Dominic Raacke („Südstadt“), Lavinia Wilson („Deutschland 86“) und Palina Rojinski („Willkommen bei den Hartmanns“),. Es darf sehr stark daran gezweifelt werden, dass es 2020 eine bessere deutsche Komödie ins Kino schaffen wird als Wolfgang Groos‘ „Enkel für Anfänger“. Dieser Film gehört mit der ganzen Familie genossen!

Deutschland 2019
Regie: Wolfgang Groos
Darsteller: Maren Kroymann, Heiner Lauterbach, Barbara Sukowa
104 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 13.2.

Somewhere Else Together

3 Jahre. 100.000 km. 43 neue Grenzübertritte. 42871 unvergessliche Momente. Unzählige Begegnungen. Eine Schubkarre Schweiß. Ein paar Tränen. Daniel Rintz und Josephine Flohr auf Abenteuer-Trip.

Von wilden Elefanten angegriffen. Zwischen eine Polizei-Schmuggler-Schießerei geraten. Mit Motorschaden im Kriegsgebiet festgehangen. Wie weit ist das Abenteurer-Pärchen bereit zu gehen, für ihre Suche nach dem perfekten Leben? Sie reisen drei Jahre lang um die Welt und treffen auf Menschen aus allen Lebensbereichen. Ihre Einstellung zum Leben wird in Frage gestellt und ihr ultimatives Ziel ist unerwartet. Zwei Räder, eine Welt, kein Geld – so lautete das Motto von Daniel Rintz‘ erstem Film „Somewhere Else Tomorrow“. Auf seiner dreijährigen Reise um die Welt lebte er nur von dem was er sich unterwegs verdienen konnte, bis er fand wonach er gar nicht suchte – die Liebe seine Lebens. Jetzt geht das Abenteuer mit Josephine weiter, schließlich waren noch einige Kontinente offen.

In „Somewhere Else Together“ begleiten wir die Beiden von Alaska nach Feuerland. Doch am Ziel angekommen, sind sie den Antworten auf ihre Fragen immer noch nicht näher. Was macht ein erfülltes Leben aus? Wie und wo wollen wir eigentlich leben? Die Beiden entscheiden sich gegen die Rückkehr nach Hause, Afrika soll die Lösung sein. Die Etappe von Kapstadt nach Marokko verlangt ihnen alles ab. Sie werden von wilden Elefanten angegriffen, erleiden einen Hitzschlag im Dschungel, kämpfen mit technischen Pannen mitten in einem Kriegsgebiet und erleben extreme Erschöpfung. Erst durch dieses Überschreiten von Grenzen ändert sich ihr Blickwinkel. Sie finden Antworten auf ihre Fragen – nur nicht da wo sie gesucht haben.

Dokumentarfilm
Deutschland 2020
Regie: Daniel Rintz
115 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 13.2.

Bombshell – Das Ende des Schweigens

Eine Fernsehmoderatorin probt den Aufstand. Oscar-nominiertes Unterhaltungs- und Starkino mit Aufklärungsauftrag zu den sexistischen Machenschaften von Fox News

Megyn Kelly (Charlize Theron) ist das Aushängeschild von Fox News: blond, attraktiv, sexy. Schöne Beine sind bei dem konservativen Nachrichtensender gefragter als investigativer Journalismus und unbequeme Fragen. Als sich die Starmoderatorin vor laufenden Kameras mit Präsidentschaftsbewerber Donald Trump anlegt, hat sie keine Rückendeckung von oben zu erwarten: Senderchef Roger Ailes (John Lithgow) ist mit Trump befreundet, außerdem beschert der Krawallkandidat Fox News Topquoten – so auch mit seiner sexistischen Twitter-Kampagne gegen Megyn. Ihre gestandene Kollegin Gretchen Carlson (Nicole Kidman) weigert sich, noch länger die „TV-Barbie“ zu geben. Daraufhin wird ihr Vertrag „wegen enttäuschender Einschaltquoten“ nicht verlängert – während die ehrgeizige Redakteurin Kayla Pospisil (Margot Robbie) nach einem Meeting hinter Roger Ailes verschlossener Bürotür aufsteigt. Als Gretchen ihren langjährigen Boss wegen sexueller Belästigung verklagt, formiert sich bei Fox News sofort „Team Roger“. Nur Megyn bleibt verdächtig neutral, auch Kayla schweigt. Aber wie lange noch?

2016 musste Roger Ailes abdanken, Gretchen Carlson erhielt Schadensersatz in Millionenhöhe und eine offizielle Entschuldigung von Fox News. Jay Roach („Meine Braut, ihr Vater und ich“) widmete sich schon in „Game Change – Der Sarah-Palin-Effekt“ dem US-Politzirkus und arbeitete in „Trumbo“ ein dunkles Kapitel der Hollywood-Geschichte auf. In „Bombshell“ rekonstruiert der Regisseur nun mit Biss und Tempo den Skandal, der den mächtigsten Medienmanager der USA zu Fall brachte und als ein erster Meilenstein der #MeToo-Bewegung gelten darf. Für das Drehbuch zeichnet Charles Randolph, Oscar-prämiert für „The Big Short“, verantwortlich. Als die drei gegensätzlichen Frauen, die das große Schweigen brechen, brillieren die Oscar-Preisträgerinnen Charlize Theron („Long Shot“, „Mad Max: Fury Road“) und Nicole Kidman („Destroyer“, „Lion: Der lange Weg nach Hause“) sowie die Oscar-nominierte Margot Robbie („Once Upon a Time in Hollywood“, „I, Tonya“).

Kanada, USA 2019
Regie: Jay Roach
Darsteller: Margot Robbie, Charlize Theron, Nicole Kidman
110 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 13.2.

La Gomera



Um einen im Gefängnis einsitzenden Geldwäscher frei zu bekommen, soll ein korrupter Polizist aus Bukarest eine Pfeifsprache lernen. Ungewöhnlich konstruierter Film, der dem Begriff des Whistleblowers Bedeutung im Wortsinn zukommen lässt.

Wenn ein Film mit Iggy Pops schwungvollem Hit „The Passenger“ beginnt, dann hebt das die Laune schon mal gleich ordentlich. Untermalt wird damit die Ankunft eines Mitte 50-jährigen Mannes per Schiff auf der Kanareninsel La Gomera. Man spürt, dass dieser Mann nicht so recht weiß, was ihn hier erwarten wird. Tatsächlich wirken jene, die ihn abholen, auch nicht sonderlich vertrauenserweckend. Als man ihn abliefert an seinem Zielort auf der Insel, heißt es kurz und knapp: „Das Paket ist angekommen.“ Woher er die zum Begrüßungskomitee gehörende Gilda (Catrinel Marlon), nicht von ungefähr mit einem aufreizend roten Kleid bekleidet, kennt, wird sogleich in einer ersten Rückblende deutlich. Im traurig-tristen und meist verregneten Bukarest spricht die femme fatale ihn, den Inspektor Cristi (Vlad Ivanov), auf der Straße an. Niemand käme auf die Idee, sie würde ihn, den korrupten Polizisten, darum bitten, bei der Wiederbeschaffung verschwundener Millionen ihres inhaftierten Mafiafreundes (Sabin Tambrea) mitzuwirken. Der allerdings sitzt nur, weil die Polizei ihm zuvor Kokain untergejubelt hat.

Die Dinge liegen komplex in dieser verschachtelten Story, in der es trotz des Ernstes der Lage doch auch viele humorvolle Momente gibt, allen voran die Versuche von Cristi beim Erlernen der kanarischen Pfeifsprache El Siblo. Tatsächlich ist die Pfeifsprache in Corneliu Porumboius 2019 in Cannes im Wettbewerb um die Goldene Palme vorgestellten Neo-Noir-Thriller nur ein ironischer Gimmick am Rande, so wie auch vieles andere hier mit einem gewissen Augenzwinkern und als Verweis auf andere Noir-Klassiker goutiert werden darf. Raffiniert ist ganz gewiss, wie der für einige seiner früheren Filme (u.a. „12:08 Jenseits von Bukarest“ (2008), „Police, Adjective“ (2009) und „Der Schatz“ (2015)) in Cannes mit Preisen ausgezeichnete Regisseur „La Gomera“ strukturiert hat und kapitelweise jeweils eine Figur in den Blick nimmt, um nach und nach Details dieses verworrenen Puzzles offen zu legen.


Rumänien, Frankreich, Deutschland 2019
Regie: Corneliu Porumboiu
Darsteller: Vlad Ivanov, Catrinel Marlon, Rodica Lazar, Sabin Tambrea, Antonio Buil, Agustí Villaronga, George Pistereanu, Julieta Szoyi, Kico Correa, Daid Agranov, Andrei Popescu, Ioan Coman
98 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 13.2.

Looking at the Stars



Blinde, die Ballett tanzen? Kaum vorstellbar, doch genau das passiert in einer Ballettschule im brasilianischen São Paulo. Dokumentarfilm, der nicht nur die erstaunlichen Leistungen der Tänzerinnen in den Mittelpunkt stellt, sondern auch deren Alltag

Es ist die weltweit einzige Einrichtung ihrer Art: Die 1995 von Fernanda Bianchini gegründete Ballettschule für Blinde und sehbehinderte Menschen in São Paulo. Wie das funktioniert? Vor allem mit viel physischem Kontakt werden den Schülern die Ballettpositionen beigebracht, ihre Körperhaltung korrigiert, ein Gefühl für den Raum und die Bewegung in ihm geschaffen. Dass dies weit mehr als ein bemerkenswertes Inklusionsprojekt ist, zeigt eine der Hauptfiguren von Alexandre Peraltas Dokumentation „Looking at the Stars“, die im Alter von neun Jahren erblindete Geyza. Sie stand schon im Mittelpunkt von Peraltas gleichnamigem Kurzfilm, für den der junge brasilianische Regisseur sogar den Studentenfilm-Oscar erhielt. Inzwischen ist Geyza zu einer bemerkenswerten Tänzerin geworden, die Primaballerina ist und auch selbst als Ballett-Lehrerin arbeitet. Ihr Wissen gibt sie nun etwa an die 14-jährige Thalia weiter, die durch die beim Tanzen erlebten Erfolge ein Maß an Selbstvertrauen erlangt, welches ihr bislang abging. Wie so viele behinderte Menschen wurde sie im normalen Leben, vor allem in der Schule, gemobbt und in einen Status als Außenseiterin geschoben.

Wie schwer das Leben gerade in einem Land wie Brasilien für Menschen mit Sehbehinderungen ist, zeigt Peralta in den vielen Szenen, die außerhalb der Mauern der Ballettschule gedreht wurden: In den bisweilen ärmlichen Wohnvierteln der Ballett-Schüler fehlen wenig überraschend oft jede sozialen Einrichtungen, jeder Weg zur Bushaltestelle ist beschwerlich, auch für die Eltern ist es oft augenscheinlich schwierig, mit den Einschränkungen ihrer Kinder umzugehen. Umso bemerkenswerter das Engagement und der Erfolg von Fernanda Bianchinis Schule, die im gut viertel Jahrhundert ihres Bestehens schon an die 500 sehbehinderte Menschen unterrichtet hat. Auf Bianchini geht auch der Titel des Films zurück: Gleich in der ersten Szene hört man sie zu einem kleinen Schüler sagen: „Eine Ballerina muss immer zu den Sternen aufschauen, auch wenn sie diese nicht sehen kann“.


Dokumentation
Brasilien 2017
Regie: Alexandre Peralta
Buch: Melissa Rebelo Kerezsi & Alexandre Peralta
89 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.2.

Weißer, weißer Tag



Ein Witwer wird von der Obsession geplagt, dass seine Frau eine Affäre gehabt haben könnte. Es geht um Verlust und Trauer, um Tod und die Erinnerung an einen geliebten Menschen. Eine inhaltlich wie formal strenge Psychostudie.

Es ist schon einige Zeit her, dass die Frau des ehemaligen Polizisten Ingimundur (Ingvar E. Sigurdsson) auf den nebeligen Straßen Islands vom Weg abgekommen und tödlich verunglückt ist. Doch die Trauer wiegt schwer auf der Seele des Mannes, der sich immer mehr in die Einsamkeit zurückzieht, ein Haus renoviert, dessen weiter Blick über das endlose Meer reine Melancholie ist. Allein seine Enkelin Salka (Ida Mekkin Hlynsdottir) macht Ingimundur Freude, um ihre Eltern zu entlasten, kümmert er sich um das Kind, fährt sie zur Schule, erzählt ihr Geschichten. Doch auch Salka bekommt bald zu spüren, dass ihr Großvater sich verändert, denn ein Verdacht nagt an ihm: Seine verstorbene Frau könnte ihn betrogen haben. Mit zunehmender Obsession hängt Ingimundur diesem Verdacht nach, analysiert jede Spur, gräbt sich manisch in alte Videoaufnahmen seiner Frau ein, die seinen Schmerz nur noch größer werden lassen.

Mit leichter isländischer Muse, vielleicht ein bisschen melancholisch, aber vor allem doch lakonisch und ironisch, so wie sie in den letzten Jahren gern auf deutschen Leinwänden zu sehen war, hat Hlynur Pálmasons Film wenig gemein. Schon der Sinnspruch, der dem Film vorangestellt steht, gibt den Ton an: „An den Tagen, an denen alles weiß ist und es keinen Unterschied mehr zwischen Himmel und Erde gibt, sprechen die Toten mit uns, die wir noch leben.“ Wie konsequent Hlynur Pálmason - der schon mit seinem Debütfilm „Winterbrüder“ viel Aufmerksamkeit erregte - die zunehmende Verstörung seiner Hauptfigur schildert, ist bemerkenswert, macht diese Figur, diesen einsamen Mann, allerdings auch zu alles anderem als einem Sympathieträger. So leicht bekömmlich wie viele Filme aus Island ist „Weißer, weißer Tag“ nicht, statt dessen zeigt er die einsame Insel und ihre Bewohner in einem Licht, das man eher aus düsteren skandinavischen Erzählungen gewohnt ist.

Island/ Dänemark/ Schweden 2019
Regie & Buch: Hlynur Pálmason
Darsteller: Ingvar E. Sigurdsson, Ida Mekkin Hlynsdottir, Hilmir Snaer Gudnason, Bjorn Ingi Hilmarsson, Elma Stefania Agustsdottir, Sara Dogg Asgeirsdottir
109 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 20.2.

Limbo



Eine Managerin findet herausfindet, dass in ihrer Firma im großen Stil Geld gewaschen wird. In einem Take in Echtzeit erzählter Film - man ist mit der fluiden Kamera immer mitten drin im Geschehen, geradeso, als wäre man eine weitere Figur im Spiel

Ana (Elisa Schlott) ist Compliance Managerin und stößt in ihrer Firma bei den Abrechnungen auf Ungereimtheiten, die den Verdacht nahelegen, dass hier seit Jahren Millionenbeträge im dreistelligen Bereich veruntreut wurden. Darüber will sie mit ihrem Chef sprechen, ihr Weg führt sie aber in einen illegalen Bare-Knuckle-Fight-Club und lässt sie nicht nur auf den alternden Ganoven Ossi (Martin Semmelrogge), sondern auch auf einen verdeckten Ermittler treffen. Das ist eine explosive Mischung, aus der nicht jeder unbeschadet hervorgehen wird.

Es ist ein kühnes Unterfangen, einen Film in einem Take abzudrehen, weil dafür ein immenses Maß an Vorarbeit, Planung und Proben vonnöten ist. Später kann man sich nicht mit dem Schnitt retten und jeder Fehler, der während des Drehs stattfindet, muss auch direkt kompensiert werden. „Limbo“ erzählt dabei recht fließend. Indem die Kamera nicht nur an einer Figur hängen bleibt, sondern im Grunde drei Geschichten erzählt, schafft man sich Freiräume. So verschwindet die Hauptfigur Ana nach einem Besuch in einer Tankstelle, während die Kamera sich auf eine andere Figur konzentriert und dieser folgt. Erst später führen die Wege der verschiedenen Protagonisten wieder zueinander. Das Skript von Anil Kizilbuga ist hier gefragt, eine Dramaturgie zu erschaffen, die den Zuschauer ins Geschehen zieht, aber auch in Echtzeit und ohne jeden Schnitt funktioniert. Das ist dem jungen Autor gelungen. Es ist die Direktheit, die in den Bann zieht, aber auch der Umstand, dass das One-Take-Verfahren trotz sehr unterschiedlicher Locations, zahlreicher Schauspieler und an die 100 Komparsen so gut funktioniert. Was Tim Dünschede und sein Team hier abgeliefert haben, ist nicht nur sehenswert, sondern auch ein Beweis dafür, dass deutsche Genre-Produktionen einen Platz im Kino verdient haben – sie müssen nur originell und mit hoher Kreativität umgesetzt sein.


Deutschland 2019
Regie: Tim Dünschede
Darsteller: Matthias Herrmann, Elisa Schlott, Martin Semmelrogge, Christian Strasser
90 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 27.2.

Anders essen – Das Experiment



Unsere Art zu essen belastet das Klima. Geht es auch anders? Ein Experiment, das Mut macht. Ein Film, der zeigt, wie es gehen könnte.

Unsere Art zu essen belastet das Klima. Doch wie groß ist die CO2-Last tatsächlich und stimmt die Behauptung, dass unsere Rinder eigentlich auf den Feldern der Sojabauern in Brasilien stehen? Für den Film „Anders essen - Das Experiment“ wird erstmals ein Acker mit genau jenen Getreiden, Gemüsen, Früchten, Ölsaaten und Gräsern bepflanzt, die pro Person auf unseren Tellern landen - und die die Industrie u.a. zu Futtermitteln für Tiere verarbeitet. Es entsteht ein Feld von 4.400 m2 Größe, die Fläche eines kleinen Fußballfeldes, das der „durchschnittliche" Bürger benötigt. Zwei Drittel davon liegen im Ausland. Insgesamt verbrauchen wir doppelt so viel, wie uns eigentlich zusteht: Würden sich alle Menschen so ernähren, bräuchten wir eine zweite Erde. Lässt sich daran etwas ändern? Drei Familien wagen sich in den Selbstversuch. Sie beginnen regional einzukaufen und entdecken das Kochen neu. Das Ergebnis überrascht. Anders essen verändert tatsächlich unseren Landverbrauch und die CO2-Last.

Der Film zeigt die Folgen im globalen Süden und auf den Weltmeeren. Und: unsere Lebensmittel verursachen so viel Treibhausgase wie der Autoverkehr. Dass es auch anders geht, zeigen drei Familien im Selbstversuch: Sie wollen ihren Flächenverbrauch verringern, fairer und umweltverträglicher essen. Anders kochen, mit weniger Fleisch. Anders essen, mit mehr Freude. Anders einkaufen, regional und saisonal. Wird es gelingen? Ein Film über unsere Art einzukaufen, zu kochen und zu essen – und die Folgen für unsere Umwelt. Anders Essen – das Experiment zeigt, wie man mit wenig Aufwand Vieles verändern kann.


Dokumentation
Österreich 2019
Regie: Kurt Langbein, Andrea Ernst
84 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 27.2.

The Gentlemen



Als ein Drogenbaron einen Nachfolger für sein Imperium sucht, löst das eine folgenschwere Lawine aus. Mit Stil und kriminell gutem Cast bringt Guy Ritchie wieder richtig Pep auf die Leinwand!

Smart, knallhart und mit genialem Gespür fürs Geschäft hat sich der Exil-Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey) über die Jahre ein millionenschweres Marihuana-Imperium in London aufgebaut und exportiert feinsten Stoff nach ganz Europa. Doch Mickey will aussteigen, endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockery) verbringen und auf legalem Weg das Leben in Londons höchsten Kreisen genießen. Ein Käufer für die landesweit verteilten – und dank des chronisch geldknappen Landadels gut versteckten – Hanf-Plantagen muss her. Auftritt: Matthew Berger (Jeremy Strong). Der exzentrische Milliardär bietet eine hohe Summe, will jedoch Garantien sehen. Und das ausgerechnet in dem Moment, in dem sämtliche Groß- und Kleinkriminelle der Stadt Wind von Mickeys Plänen bekommen haben – von Triaden-Boss Lord George (Tom Wu) über den durchgeknallten Emporkömmling Dry Eye (Henry Golding) bis hin zum schmierigen Privatdetektiv Fletcher (Hugh Grant). Während Mickeys rechte Hand Ray (Charlie Hunnam) seinem Boss den gröbsten Ärger vom Hals hält, überbieten sich alle Beteiligten mit Tricks, Bestechung, Erpressung und anderen fiesen Täuschungen und lösen eine folgenschwere Lawine aus…

Stylisch, pointenreich und absolut lässig! Regisseur und Drehbuchautor Guy Ritchie („Sherlock Holmes“, „Snatch – Schweine und Diamanten“) zündet in „The Gentlemen“ ein Feuerwerk an Ideen. Allem voran begeistert in dem actiongeladenen Gangsterstück ein unvergleichlich cooler Cast: Matthew McConaughey („Interstellar“), Hugh Grant („Codename U.N.C.L.E.“), Charlie Hunnam („King Arthur: Legend of the Sword“), Michelle Dockery („Downton Abbey“), Jeremy Strong („The Big Short“), Colin Farrell („Widows – Tödliche Witwen“) und Henry Golding („Last Christmas“).

USA 2020
Regie & Drehbuch: Guy Ritchie
Darsteller: Matthew McConaughey, Charlie Hunnam, Hugh Grant, Colin Farrell
107 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 27.2.

Just Mercy



Ein engagierter Anwalt kämpft um das Leben eines zum Tode Verurteilten. Packende Bestseller-Verfilmung, die auf einer wahren Geschichte beruht

Nach Abschluss seines Studiums in Harvard hätte sich Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) lukrative Jobs aussuchen können. Stattdessen geht er nach Alabama, um zusammen mit der ortsansässigen Anwältin Eva Ansley (Brie Larson) Menschen zu verteidigen, die zu Unrecht verurteilt wurden oder sich keine angemessene Verteidigung leisten konnten. Einer seiner ersten und explosivsten Fälle ist der von Walter McMillian (Jamie Foxx), der 1987 für den berüchtigten Mord an einer 18-Jährigen zum Tode verurteilt wurde, obwohl die meisten Indizien seine Unschuld bewiesen und die einzige Zeugenaussage gegen ihn von einem Kriminellen stammte, der ein Motiv hatte zu lügen. In den folgenden Jahren verwickelt Bryans Kampf für Walter und viele andere ihn in ein Labyrinth aus juristischen und politischen Manövern und konfrontiert ihn mit offenem und ungeniertem Rassismus, während die Gewinnchancen - und das System - gegen sie stehen.

„Just Mercy" basiert auf einer eindringlich und nachdenklich stimmenden wahren Geschichte über den jungen Anwalt Bryan Stevenson und seinen geschichtsträchtigen Kampf für Gerechtigkeit. In weiteren Hauptrollen sind zu sehen: Rob Morgan („Mudbound“) als Herbert Richardson, ein Mithäftling, der ebenfalls im Todestrakt sein Schicksal erwartet und Tim Blake Nelson („Wermut“) als Ralph Myers, dessen ausschlaggebende Aussage gegen Walter McMillian infrage gestellt wird. Regisseur Destin Daniel Cretton schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Andrew Lanham („Schloss aus Glas“) nach Stevensons Buch „Ohne Gnade: Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA“. Es wurde 2014 von Spiegel & Grau veröffentlicht und war mehr als 150 Wochen auf der New York Times Bestsellerliste, Tendenz steigend. Außerdem wurde es von einer Reihe Top-Publikationen, darunter das TIME Magazine, als eines der besten Bücher des Jahres hervorgehoben. Stevenson wurde für das Buch zudem mit der Andrew-Carnegie-Medaille für Exzellenz, dem NAACP Image Award und dem Dayton Literary Peace Prize für Nonfiktion ausgezeichnet.


USA 2019
Regie: Destin Daniel Cretton
Darsteller: Michael B. Jordan, Brie Larson, Jamie Foxx
137 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 5.3.

Die Känguru-Chroniken

Marc-Uwe, ein unterambitionierter Kleinkünstler mit Migräne-Hintergrund, lebt mit einem Känguru zusammen. Doch die ganz normale Kreuzberger WG ist in Gefahr: Ein rechtspopulistischer Immobilienhai bedroht mit einem gigantischen Bauprojekt die Idylle des Kiezes. Das findet das Känguru gar nicht gut. Ach ja! Es ist nämlich Kommunist - das hatte ich vergessen zu erzählen. Jedenfalls entwickelt es einen genialen Plan. Und dann noch einen, weil Marc-Uwe den ersten nicht verstanden hat. Und noch einen dritten, weil der zweite nicht funktioniert hat. Schließlich gipfelt das Ganze in einem großen Anti-Terror-Anschlag und ... äh... weiß auch nicht mehr so genau. Jedenfalls ist der Film ziemlich witzig.

Deutschland 2020
Regie: Dani Levy
Darsteller: Dimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Adnan Maral